Winter material lagern

Wintermaterial einlagern

Der Winter ist vorbei, letzter Tourentag und du hast das Material direkt für die nächsten Monate im Keller verstaut? Bitte nicht! Hier findest du die wichtigsten Pflegehinweise, bevor du dein Wintersportgerät in den Sommerschlaf schickst.

Sehe es ein, der Winter ist vorbei! Eine Einsicht, die selbst bei 25° Aussentemperatur nur schleichend kommen mag. Damit dein Material den Sommer gut übersteht und kommende Winter Saison wieder voll einsatzfähig ist, solltest du dein Wintersportgerät wie Snowboard, Splitboard, Ski, Schlitten, Schneeschuhe, Bindungen und Schuhe einigen Pflegeschritten unterziehen:

1. Die Kanten schützen

Stahlkanten sind anfällig für Rost. Daher ist es besonders wichtig, die Kanten nach einem Schneetag gut anzutrocknen. Sind am Ende des Winters trotzdem Rostspuren zu sehen, solltest du die Kanten zunächst mit einer Feile abschleifen.

Die Kanten werden plan gemacht und Unebenheiten, die etwa durch Steine auf der Piste entstanden sind, ausgeglichen. Das ist wichtig, weil sich besonders in kleinsten Einkerbungen Partikel ansammeln können.

2. Belag einwachsen und warm abziehen

Ski- Split, und Snowboard sollten nach der letzten Benutzung gründlich gereinigt und abgetrocknet werden.
Ist die Lauffläche der Skier oder des Boards beschädigt, sollte man diese noch vor dem Einlagern mit Hilfe eines Belag-Reparaturset ausbessern oder einen professionellen Belagsflick durch einen Fachmann ausführen lassen. 

Um wirklich jeden Schmutzpartikel aus der Struktur und den Poren des Belages zu entfernen, reicht es nicht, diesen nur oberflächlich abzubürsten. Wachse stattdessen den Belag ein und ziehe den Wachs sofort wieder ab, solange er noch warm und weich ist. Der flüssige Wachs dringt in die Strukturen des Belages ein und bindet Staub und Schmutz an sich. Vergewissere dich, dass du den aufgetragenen Wachs wieder komplett vom Belag entfernst.

Ski/Snowboardwachs sorgt nicht nur dafür, dass dein Wintersportgerät im Schnee gut laufen. Er verhindert auch das Austrocknen des Belages. Das ist besonders über die Sommermonate wichtig, wenn dein Snowboard, Ski oder Splitboard lange nicht gebraucht werden. Überziehe den Belag und die Kanten gleichmässig mit Heisswachs.

Am besten verwendest du einen für warme Schneeverhältnisse. Achte darauf, dass keine Lücken in deiner Schutzhülle entstehen. So können weder Staub noch Schmutz an den Belag gelangen und die Kanten sind vor Rost geschützt. Stelle deine Wintersportgeräte in einen trockenen Raum mit möglichst gleichbleibender Temperatur und niemals in die Sonne.

3. Die Bindung kontrollieren

Schmutz setzt nicht nur dem Belag sondern auch der Bindung zu. Daher solltest du auch diese vor dem Einlagern grob mit Wasser säubern. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt um alle Schrauben nochmals zu kontrollieren: Defekte Teile erkennen und austauschen, alle Schrauben mit Locktide versehen und anschliessend mit Bindungs- oder Silikonspray einsprühen. Das schützt vor Oxidation und Korrosion. PIN-Bindungen lagerst du am besten mit geschlossenen Vorderbacken wegen der Federspannung

4. Die Schuhe gut trocknen

Ski- und Snowboard-Schuhe sollten nach dem letzten Einsatz von Schmutz gesäubert, anschliessend gut ausgelüftet und getrocknet werden, bevor sie in den Keller oder auf den Dachboden gelagert werden.

Bei den Schuhen entfernt man zum Trocknen die Innenschuhe und gibt sie erst wieder in die Schale, wenn sie gut ausgelüftet sind. Dabei solltest du unbedingt darauf achten, dass der Innenschuh ohne Falten in der Schale sitzt und anschliessend die Schnallen des Skischuhs locker schliessen. So behält der Schuh die Passform und verformt sich nicht.

Bei Snowboardschuhen mit Boa-System zieht man die Schnürung fest zu und öffnet danach das Rad. Der Schuh bleibt so in seiner Passform und das Boa-System ist entlastet.

5. Felle und Stöcke

Der typische Lebenszyklus der Steigfells, beginnt beim Kauf, führt über die Präparierung für die erste Tour und die möglichst schonende Behandlung und Vorbeugung während der Tour bis zur richtigen Nachbehandlung und Lagerung. Das gleiche gilt bei den Stöcken.

Je nach dem muss eine Neubeschichtung des Klebers vorgenommen werden. Die getrocknete, gereinigten und ggf. imprägnierten Felle werden nach Anbringen der Klebeschutzfolien gefaltet und im Beutel oder Transportsack verstaut. Das direkte Aufeinanderkleben der Klebeflächen ist vor allem bei längerer Lagerung zu vermeiden. Um ein Austrocknen der Ränder und des Klebers zu verhindern, sollte wirklich keine Klebestelle unbedeckt bleiben. Die Fälle werden verpackt an einem lichtgeschützten und trockenen Ort mit Temperaturen um 10-20°C aufbewahrt. Vor starker Licht- und Sonneneinwirkung schützen. Besonders UV-Strahlen schädigen die Haftschicht! Die Verpackung sollte nicht völlig luftdicht sein, da andernfalls bei Restfeuchte Schimmel entstehen kann.

Bei den Tourenstöcken ist es wichtig sie auseinander zu nehmen, gut zu trocknen und den Staub bei den zusammenschiebbaren Stöcke zu entfernen. Danach ebenfalls Trocken Lagern.

6. Pflege von Membran Bekleidung.

Immer noch hält sich das Gerücht, dass man Outdoor Bekleidung mit Membranen möglichst selten waschen sollte, dabei ist das Gegenteil der Fall: Schweiss und Schmutz verschlechtern die Atmungsaktivität und Hautfette können die Lebensdauer der Naht-Tapes oder des Laminats verkürzen. Das gleiche gilt für Handschuhe und Zwischenschichten.

  • Waschvorbereitung: Vor dem Waschen einer Wintersportjacke oder -Hose sämtliche Reisverschlüsse sowie Abdeckleisten und Bänder zu schliessen. Pflegehinweise des Herstellers beachten
  • Waschmittel: Im Outdoor-Fachhandel ist eine ganze Reihe von Funktionswaschmitteln erhältlich, die speziell für technische Outdoorbekleidung und atmungsaktive Membrane entwickelt wurden. Alternativ kann man auch ganz normale Flüssigwaschprodukte verwenden.
  • Dosierung: Insgesamt empfehlenswert bei der Pflege seiner Membrane wenig Waschmittel zu verwenden und zwei Mal ausreichend nachzuspülen.
  • Waschgang: Ideal ist der Schongang bei 40 Grad. Ein zweiter Spülgang stellt sicher, dass alle Waschmittelreste ausgespült werden.
  • Schleudern: Bei niedriger Drehzahl.

Perlt das Wasser nach dem Waschen und Trocknen nicht mehr wie gewohnt von deiner Membran-Jacke ab, ist es an der Zeit, die Wasserabweisende-Imprägnierung mit entsprechenden Imprägniermitteln aufzufrischen. Dazu gibt es viele Hersteller. Und natürlich immer die Pflegehinweise des Herstellers beachten!

Und der Rest?

Weitere Ausrüstungsgegenstände wie Skistöcke, Helm, Skibrille, Harscheisen und Protektoren sollten vor dem Verstauen gereinigt und auf Tauglichkeit geprüft werden. Abgenutzte oder defekte Teile, wie beispielsweise verkratzte Brillen oder eingerissene Teller und kaputte Straps an dem Snowboard, sollten ausgetauscht werden. Wer einen Sturz hatte, muss unbedingt auch Helm und Protektoren genau kontrollieren. Ausrüstung, die noch gut in Schuss ist, kann gut gepflegt eingelagert werden. Die Polster vom Helm kann man im übrigen rausnehmen und Waschen 🙂

Bei Ausrüstungsteilen wie LVS oder Action-Cams sollten bei längerer Nicht-Nutzung die Batterien entfernt werden. Beachte das Verfallsdatum deiner Auslöse-Kartusche bei deinem Lawinenairbag. Das Verfallsdatum hängt mit der Anzahl der Wiederbefüllungen der Kartusche zusammen. Auslöse-Kartusche kühl und losgelöst vom System Lagern.


Service und Reparaturen bei Radical
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